BavariaDirekt Magazin

Achtung Sturm! Wer den Schaden bezahlt und wie Sie sich schützen

Sturmtief Sabine fegte im Februar 2020 über Deutschland. Es hinterließ eine Schneise der Verwüstung: ausgerissene Bäume, zersprungene Fenster, beschädigte Autos, abgedeckte Häuserdächer. Seit Jahren nehmen extreme Wetterlagen in Deutschland zu. Erinnern Sie sich zum Beispiel noch an die Orkane Xynthia und Kyrill? Beide verursachten Sturmschäden in Milliardenhöhe. Manche Schäden lassen sich durch die richtigen Vorsorgemaßnahmen verhindern – andere nicht. Wer kommt dann für die Kosten auf? Die Gebäudeversicherung? Die Hausratversicherung? Wir klären Sie auf und verraten Ihnen die besten Tipps, wie Sie Sturmschäden gezielt vorbeugen können.

Sturm ist nicht gleich Sturm

Orkan, Sturm oder laues Lüftchen? Darin sind sich die meisten Versicherungsgesellschaften einig: Stürmisch wird es erst ab Windstärke 8 oder einer Windgeschwindigkeit von rund 62 Stundenkilometern. Darunter wird es schwierig, einen Sturmschaden geltend zu machen. Doch keine Sorge, Sie müssen sich nicht mit teuren Geräten ausrüsten, um die Windgeschwindigkeit nachzuweisen. Uns genügt es zum Beispiel, wenn eine offizielle Sturmwarnung vorliegt. Alternativ ziehen wir auch Sturmschäden aus der Nachbarschaft heran, um die Windstärke zu beurteilen. Welche Auswirkungen Stürme der Stärken 8 bis 12 üblicherweise haben können, zeigt die folgende Übersicht:

WindstärkeBezeichnungWindgeschwindigkeitAuswirkungen
8Stürmischer Wind62-74 km/hgroße Bäume bewegen sich
Fensterläden werden geöffnet
Zweige brechen von Bäumen
Fußgänger werden sehr stark behindert
9Sturm75-88 km/hÄste brechen von Bäumen
kleinere Schäden an Häusern möglich
Dachsteine und Schornstein-Abdeckungen werden angehoben
Gartenmöbel werden umgeworfen und weggeweht
Erhebliche Behinderung von Fußgängern
10Schwerer Sturm89-102 km/hBäume knicken um und entwurzeln
größere Schäden an Häusern
11Orkanartiger Sturm103-117 km/hheftige Böen
großflächig umgeknickte und entwurzelte Bäume
schwere Sturmschäden an Häusern
abgedeckte Dächer
Autos geraten aus der Spur
Gehen ist nicht mehr möglich
12Orkanab 118 km/hschwerste, weiträumige Verwüstungen in Wäldern und an Häusern

Wer zahlt bei Sturmschäden am Gebäude?

Heruntergefallene Dachziegel, eine abgerissene Regenrinne, zersprungene Fensterscheiben – Schäden an Haus oder Wohnung sind nicht nur ungemütlich, sondern auch sehr teuer. Beschädigungen dieser Art deckt die Wohngebäudeversicherung ab. Versichert sind dabei auch sogenannte Nebengebäude, wie ein Geräteschuppen, eine Garage oder ein Gartenhaus. Besonders anfällig für Sturmschäden sind Gebäude, die sich noch im Rohbau befinden. Für Ihr neues Heim brauchen Sie daher eine spezielle Rohbau-Versicherung. Oft ist sie als Zusatzbaustein einer Wohngebäudeversicherung mit abschließbar.

Sturmschaden am Auto: ein Fall für die Teilkasko

Für die meisten Sturmschäden am Auto kommt Ihre Teilkasko-Versicherung auf. Wird Ihr Auto zum Beispiel von herabstürzenden Dachziegeln oder Ästen getroffen, ist das ein Fall für die Teilkasko. Sie zahlt auch, wenn Ihr parkendes Fahrzeug durch Hagel, eine Überschwemmung oder durch Blitzschlag beschädigt wird. Ein anderer Fall ist etwas kniffliger: Fällt der Baum nicht von oben herunter, sondern Sie fahren in einen umgestürzten Baum hinein, springt nur eine Vollkasko-Versicherung ein.

Bye, bye Hausantenne! Wann die Hausratversicherung greift

Wenn der Sturm sogar ins Haus eindringt, zum Beispiel durch ein zersprungenes Fenster, oder ein abgedecktes Hausdach, sind Sie mit unserer Hausratversicherung auf der richtigen Seite. Sie ersetzt die entstandenen Schäden an Ihrer Einrichtung. Aber Achtung: Entsteht ein Schaden, weil Sie vergessen haben, ein Fenster zu schließen, gibt es meistens kein Geld. Davongeflogene oder beschädigte Gegenstände aus dem Außenbereich, wie Blumentöpfe, Skulpturen oder Gartenmöbel werden leider auch nicht ersetzt, mit einer Ausnahme: Fest installierte Markisen oder Antennen sind bei der BavariaDirekt Hausratversicherung mit abgesichert.

Gut zu wissen: Bei der Hausratversicherung der BavariaDirekt sind sogar Smart-Home-Geräte gegen Unwetterschäden versichert!

Verkehrssicherungspflicht: wann Sie eine Mitschuld tragen

Nicht immer ist man Zuhause, wenn ein Unwetter hereinbricht. Dann können ein schlecht befestigter Blumenkasten oder eine umgefallene Mülltonne für Sie zum Verhängnis werden. Nicht nur als Hausbesitzer, sondern auch als Mieter tragen Sie Verantwortung. Sind Sie Mieter und Ihr Blumentopf fällt einem Passanten auf den Fuss, ist das ein Fall für Ihre private Haftpflichtversicherung. Ein Glück, wenn es dann nur um einen kaputten Schuh geht. Die Haftpflichtversicherung kommt aber auch für anfallende medizinische Behandlungskosten auf. Gehört Ihnen nicht nur ein Blumentopf, sondern gleich ein ganzer Baum, der in Folge eines Sturms auf das Nachbargrundstück kippt, springt Ihre Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung ein. Hausbesitzer unterliegen jedoch generell einer sogenannten Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet, dass Sie für Ihr Haus und Grundstück verantwortlich sind und diese keine Gefahr für die Umwelt darstellen dürfen. Bauliche Mängel oder morsche Bäume können zum Beispiel ein Risiko für Anwohner sein.

Bei der BavariaDirekt ist die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht automatisch in allen Privat-Haftpflichttarifen enthalten.

Tipps: so vermeiden Sie Sturmschäden

Die mobile Version verlassen